Exxonmobil ist sich sicher, dass das angestrebte Wachstum mit dem Verkauf des deutschen Tankstellennetzes an die EG Deutschland möglich ist. "Der Unterschied zur aktuellen Situation ist, dass EG, anders als Esso, kein vollintegrierter Mineralölkonzern ist. Insofern sind wir davon überzeugt, dass EG das Wachstumskonzept, das uns vorgestellt wurde, insgesamt auch umsetzen kann", sagte Pressesprecher Stephan Voigt, räumte aber auch ein: "Natürlich kommt es aber auch für EG auf den jeweiligen Einzelfall an."
Auf der Jahreshauptversammlung des Farbenverbands IG Esso am 16. Juni hatte Esso-Tankstellenleiter Alexander Hentschke den Pächtern und Händlern die neue Strategie von Exxonmobil für Deutschland dargelegt: Esso Deutschland wollte das Netz komplett an drei bis vier neue Eigentümer verkaufen, sich jedoch weiter um die Markenpflege und die Kraftstoffbelieferung kümmern. Die neuen Eigentümer, die Branded Wholesaler, hätten dann aufgrund ihrer Netzgröße von 200 bis 300 Tankstellen die Möglichkeit, schneller zu wachsen, als es Esso Deutschland möglich sei. Die deutsche Rechtsprechung verhindere, dass die großen Mineralölkonzerne große Netzzukäufe realisieren können, damit sich die Oligopol-Situation auf dem deutschen Tankstellenmarkt nicht verschärft. Obwohl das Esso-Netz jetzt nur an einen Käufer übergehen wird, glaubt Exxonmobil trotzdem, dass das angestrebte Wachstum rechtskonform ist.
Für die Mitarbeiter der Esso-Deutschland hat der Verkauf unterschiedliche Folgen. "Ein Teil unserer Mitarbeiter aus dem Tankstellenbereich wird auch weiterhin für Esso arbeiten, schließlich werden wir einen noch stärkeren Fokus auf die Marke Esso und das Marketing legen. Andere Mitarbeiter werden aller Voraussicht nach gemäß gesetzlicher oder auch vertraglicher Regelungen auf EG übergehen, wo ihr Know-how stark gefragt sein wird", erklärte Voigt. Der Zeitpunkt des Übergangs sei noch nicht entschieden. (ms)